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31
Oct 08
25 Jahre c’t; 16 fuer mich…
1992 war ich Zivildienstleistender in Rheine. Die Mittagspausen verbrachte ich lesend in der lokalen Stadtbibliothek. 15 Monate hatte ich Zeit, mich durch den vorhandenen Zeitschriftenbestand im Bereich “EDV” zu entscheiden; in der Folge wurde ich c’t-Abonnent…
Es gab Zeiten, da habe ich die c’t von vorne bis hinten gelesen. Jeden Artikel; alles. Heute lese ich selektiver und werde trotzdem oft positiv ueberrascht.
Die c’t hatte zwischendurch einen Jobmarkt, der 30+ Seiten stark war. Das war die New Economy. Die dickste c’t an die ich mich erinnere, hatte 600+ Seiten. Das war der Wendepunkt; danach erschien sie 14-taegig. Es gab eine c’t, in der wurde eine Anzeige gegen Rechts geschaltet – von den Lesern bezahlt. Es gab einen Heiratsantrag via Leserbrief. Und andere Dinge…
Die physikalische Aufbewahrung der c’t ist in der Zwischenzeit einer CD-Archivierung gewichen. Zwei Ausgaben habe ich allerdings aufbewahrt. Die “10 Jahre c’t” und die Ausgabe, in der die c’t einen Leserbrief von mir veröffentlichte. Das Thema war Smalltalk…
Wie bei Cobol
(Es lohnt sich! Erfahrungen mit Smalltalk, c’t 11/95)Daß es sich durchaus lohnen kann, auf neue Sprachen und Prinzipien zu setzen, zeigt nicht nur dieser Artikel. Obwohl im Untertitel anders angekündigt, ist er doch leidenschaftlich geraten; zumindest habe ich in der c’t noch nie einen so interessanten und heiteren Artikel, der aus der Erfahrung durch Praxis spricht, gelesen.
Es scheint aber auch Nachteile zu geben. So hat sich die Firma des Autors für eine Entwicklungsumgebung entschieden, die mitgelieferte Klassenbibliothek exzessiv erweitert und viele Jahre gute und böse Erfahrungen gesammelt. Natürlich will man eine solche Investition nicht zugunsten einer – fraglichen – Innovation aufs Spiel setzen (Compilerupdate oder sogar Wechsel der Implementationssprache). Die Motive scheinen sich also, egal ob 1500 Mannjahre (langjähriger;-) Cobol-Programmierer oder innovationsfreudiger Smalltalker, zu gleichen.
[via EMail] Norbert Wigbels, Münster
Zischendurch habe ich mal fuer sechs Monate mein Abonnement gekuendigt; Konsolidierung meines Leseverhaltens; ich habe nicht durchgehalten:-)
Herzlichen Glückwunsch! und vielen Dank.
12
Aug 08
Abwarten, nichts unternehmen: Datenmüll aus Stade
Wie berichtet, ist der Stadt Stade bei der Zuteilung der einheitlichen Steuernummer ein Fehler unterlaufen. Inzwischen haben sie sich auch dazu verhalten… Man möge doch bitte abwarten und nichts unternehmen! Ausserdem werde:
“So schnell wie möglich wird den Betroffenen in der Presse die Verfahrensweise zur Korrektur der Datensätze bekanntgegeben werden.”
Ich werde dem Bescheid widersprechen; und eine neue Identifikationsnummer verlangen:
Der folgenden Aussage:
“Die Pressestelle im Bundesfinanzministerium urteilte am Montag pauschal. Ganz so schlimm sei das Problem nicht, denn die Daten seien nur für die Steuerbehörde und würden nicht abgeglichen in Zentralregistern. Weil bundesweit von 80 Millionen Bescheiden nur wenige fehlerhaft seien, könne es sich nur um ein hausgemachtes Problem in Stade handeln, meinte Pressesprecher Oliver Heyder-Rentsch.”
…vertraue ich kein bischen. Der Datensatz mit Identifikationsnummer, einmal in die Welt geschafft, ist nunmal da. Löschungen und Korrekturen ist nicht zu vertrauen. Bespiele aus der Vergangenheit gibt es genügend…
Der aktuelle Sicherheits- und Terrorwahn führt in der Innenpolitik zu mehr Dateien und Datenbanken. Diese werden zu immer mehr Zwecken abgefragt und zusammengeführt…
Das Szenario, fuer “irgendeine” Rasterfahndung doch mal alle nicht steuerzahlenden Kasachen aus Niedersachsen zu ermitteln führt als Anfrage zur Quelle: Steuerbehörde. (Mein Identifikationsnummer ist im ersten, fehlerhaften Bescheid mit dem Geburtsstaat Kasachstan verknüpft; natürlich zahle ich Steuern – während eines Sabbaticals aber zum Beispiel nicht.). Und schon ist man im Raster…
Ich werde daher der initial generierten Steuer-ID widersprechen und empfehle das auch jedem anderen Bürger, der einen fehlerhaften Bescheid erhalten hat. Für eine lebenslang gültige ID verlange ich höchste Sorgfaltspflichten und hohe Standards. Diese wurden in diesem Fall nicht eingehalten und werfen ein Schlaglicht auf das, was uns in Zukunft in Bezug auf die Korrektheit und Datenqualität mit der zentralen Terrordatei et al. zu erwarten hat.
Ausserdem werde ich den fehlerhaften Daten in folgender Form widersprechen bzw. Aufklärung fuer die Ursache verlangen:
Da das Schreiben ihrer Behörde an mich persönlich adressiert ist, fordere ich Sie hiermit gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf:
Sie haben mir gegenüber unverzüglich offenzulegen, welche Daten Sie über meine durch diesen Namen/diese Adresse identifizierte Person gespeichert haben, und aus welchen Quellen diese Daten stammen. § 19 Abs. 1, § 34 Abs. 1 BDSG
Sie haben den Verwendungszweck dieser Daten ebenfalls unverzüglich mir gegenüber offenzulegen. § 19 Abs. 1, § 34 Abs. 1 BDSG
Sie haben sämtliche fehlerhafte meine Person betreffenden Daten unverzüglich zu löschen und mir diese Löschung zu bestätigen. § 20 Abs. 2 Satz 1, § 28 Abs. 3, § 30 Abs. 3, ferner § 4 Abs. 1 BDSG
Ich untersage Ihnen jedwede zukünftige Speicherung der fehlerhaften meine Person betreffenden Daten ohne meine vorherige ausdrückliche schriftliche Genehmigung. § 14 Abs. 2 Satz 2, § 4 Abs. 2 BDSG
Ich untersage Ihnen die Übermittlung dieser fehlerhaften Daten an Dritte. Für bereits an Dritte übermittelte Daten fordere ich eine unverzügliche Sperrung. § 28 Abs. 3 BDSG
Die grundsätzliche Kritik an der Steuer-ID ist in diesem Artikel sehr schön zusammengefaßt!
Update: Heise berichtet…
9
Aug 08
Big Fuckup.
Die Stadt Stade in Funktion für das Bundeszentralamt für Steuern hat es geschafft, bei der “Zuteilung der Identifikationsnummer nach § 139b” (Einheitliche Steuernummer), die Daten der zuständigen Meldebehörde ordentlich zu mischen. Nach den Angaben gibt es alleine in unserer Familie jetzt drei Geburtsstaaten (Niederlande, Polen und Kasachstan). Auch die Geburtsnamen sind select first(name) from random_name…
Christian hat den Fehler gestern schon entdeckt.
Bin sehr gespannt, wie sie den thetajoin erklaeren wollen. Das sind die Folgen von zuviel DATEIEN ™ und Staat. Fröhlich gemixt wird schon irgendwas bei rauskommen…
23
May 07
Enthaltsamkeit ab jetzt!
“Früher war es ein evolutionärer Nachteil, den Zug auch dann nicht nahen hören zu können, wenn man selbst auf den Gleisen steht. Heute macht genau diese Eigenschaft den guten Staatsbürger aus.”
24
Mar 06
Riya und Folgen…
Ralf kommentiert im Netzbuch die Eröffnung von Riya.
Riya besitzt die Fähigkeit der Gesichtserkennung auf Fotos. Konkret: Person A auf Foto 123 ist mit dem Tag “Vorname” versehen; Riya versucht jetzt in allen anderen Fotos 1..n die Person A ausfindig zu machen und entsprechend zu taggen. Technologisch sehr interessant aber eben auch bedenklich… Grundsätzlich kann man so nachvollziehen, wer mit wem zu welcher Gelegenheit gesprochen/beisammen gewesen ist. Und eventuell noch mehr ableiten.
Ralf fordert daher ein Fotografieverbot für “Bloggertreffen” und andere Veranstaltungen. So weit würde ich gar nicht gehen:
- Wenn ich heute eine einzelne Person fotografieren möchte, muss ich mir ihre Erlaubnis einholen; für die Veröffentlichung dann sowieso.
Wenn ich heute eine Gruppe von Personen fotografiere, ist diese Erlaubnis nicht immer notwendigAuch bei Personengruppen ist das Einholen einer Erlaubnis erforderlich; alleine das Gebot der Fairniss und natürlich der Kontext gebietet das.- Das Taggen von einzelnen Personen auf Bildern ist für mich nichts anderes als der erstgenannte Fall. Damit muss auch hier gelten: Erlaubnis notwendig…
Ralf fordert weiterhin die (Neu-)Sensibilisierung von “Bevölkerungsteilen” in Sachen Datenschutz und Privatsphäre; Das unterschreibe ich natürlich vollumfänglich.
P.S.: Ganz genau Nachlesen kann man das Recht am eigenen Bild hier oder in der Wikipedia. Das ist auch der Grund fuer die Korrektur:-)
2
Mar 06
Vorratsdatenspeicherung : Petition unterschreiben
“Mit der Petition wird gefordert, eine übermäßige Vorratsdatenspeicherung der TK-Verbindungsdaten, wie sie in der EU diskutiert werden mit dem Ziel, organisierte Kriminalität und Terrorismus zu verhüten bzw. zu bekämpfen, nicht durchzuführen. Die hierfür erforderlichen Mittel können sinnvoller eingesetzt werden.”
DEUTSCHER BUNDESTAG – Petitionsausschuss: E-Petitionen Petition einsehen/unterschreiben
via: Twister führt ein Interview mit Thilo Weichert in Telepolis.
24
Feb 06
MySpace [.......]
“I am dead serious when I say that MySpace scares the hell out of me.”
MySpace is the New Blogosphere
“Let’s be fair. In April, MySpace will become the most trafficked site on the planet. By the end of the year, MySpace will account for roughly 10% of all web traffic and, by the end of 2006 (if growth and acceleration curves maintain), it will account for about 40% (accounting for a plateau, because realistically we can’t have more people on MySpace than are on the entire web).”
…ich bekomme den Eindruck, wir sollten uns bei einer der folgenden NerdAlert-Sendungen dringend mal mit MySpace auseinandersetzen!
Bis jetzt haben wir das komplett ignoriert!
22
Feb 06
Mehr geht (fast) nicht…
Krieg ist Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unwissenheit ist Stärke
“So sprach EU-Justizkommissar Franco Frattini angesichts der nun möglichen sechs bis 24 Monate langen Aufzeichnung der elektronischen Nutzerspuren von “einem Sieg für die Demokratie, für unsere EU-Bürger und für die Grundrechte, auf der die Europäische Union sowie ihre 25 Mitgliedsstaaten basieren”. “
Vorratsdatenspeicherung: “Schwerer Eingriff ins Privatleben der Europäer”
15
Feb 06
Jedermantest – Elektronische Gesundheitskarte
“Das Heinz Nixdorf Museum in Paderborn bietet vom 12. Januar bis zum 2. April in seinem Showroom einen Einblick in die technischen und organisatorischen Hintergründe der Gesundheitskarte. So bietet sich die Möglichkeit an einem Demonstrationsmodell sich mit dem System auseinander zu setzten. Die Besucher erhalten am Eingang eine Gesundheitskarte, mit welcher sie alle Stationen vom Arzt bis zur Apotheke erproben können.”
Im Chaostreff Paderborn gefunden. Leider finden sich auf der Homepage des Heinz Nixdorf Museum keine weiteren Informationen. Klingt aber interessant…
Ich nehme allerdings eher an, es handelt sich um eine vom Benutzer nicht näher zu beeinflussende Animation – also gefakter Prozess?!
22
Jan 06
We lost the war!
Rob Gronggrijp erläutert seinen Standpunkt zum gewählten Meme! und erklärt:
“[...]the type of semi-clandestine grassroots movement that has always been needed to overthrow a government is far more difficult to set up than it has ever been.”
Eine spannende Debatte rund um diesen Vortrag vom 22c3! Vorläufiger Mitschnitt.
Nur der Vollständigkeit halber: Frank Rieger ist hier zu finden…
BTW: Ich wünsche mir Günter Hack (sic) zurück! Hier auch…
3
Jan 06
Elektronische Gesundheitskarte
Unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt findet, dass die Maßnahmen zur Einführung der Gesundheitskarte
“in großem gesamtgesellschaftlichem Konsens und auch jenseits aller politischen Auseinandersetzung auf Bundes- und Landesebene breit unterstützt”
werden.
Mehr Informationen gibt es im entsprechenden Artikel bei Heise.
Wie tief dieser Konsens tatsächlich reicht kann man ersehen, wenn man den Videomitschnitt des 22c3-Vortrages von Thomas Maus betrachtet. Der Titel des über zweistündigen Vortrags (+ 40 Minuten Diskussion) deutet es an:
Ausserdem Informationen zu den Themen:
- Wie vermeintliche Einsparungen berechnet werden
- Welche Tatsachen gegen die geplante Architektur sprechen
- Welche Fragen noch nie gefragt und welche Antworten seit ueber einem Jahr austehen