Isotopp zum Sechparteienparlament

“Eigentlich bin ich ein zutiefst unpolitischer Mensch. Ich würde mich gerne hinter mein Display verziehen und weiter an spannenden technischen Dingen arbeiten, anstatt mich mit diesen ganzen Politik-Unsinn zu beschäftigen. Es geht nur nicht, man läßt mich nicht.

[…]

“Die Piratenpartei ist also ein Werkzeug. Sie erlaubt – wenn alles klappt – meinesgleichen und mir, im Parlament direkt zu reden und Gesetze zu machen. Wir haben versucht, mit den Vertretern der etablierten politischen Parteien zu reden und ihnen zu erklären, wer wir sind und was wir von ihnen möchten, aber wir sind nicht verstanden worden oder aus anderen Gründen ignoriert worden. Wir haben versucht, unseren politischen Willen in Demonstrationen und Petitionen deutlich zu machen und die Politik so in unserem Sinne zu beeinflussen, aber das hat auch nichts bewirkt. Also ist klar, daß nur eine neue politische Partei das geeignete Werkzeug ist.”

via Politik in den Zeiten des Sechsparteienparlaments – Die wunderbare Welt von Isotopp.

Zu den Hintergründen und wegen “Die Internetfeinde“…

…und ein Artikel mit vielen Namen und nur 1 von ..n Skandalen, die einem den Atem rauben!

Wir bitten Sie aus Sicherheitsgründen umgehend das Netz zu betreten!

“An dieser Stelle fangen einige geistreiche Denker an, festzustellen, wir hätten eine Welt, die in analoge und digitale Anteile zerteilt wäre. Sie beginnen, einen Krieg herbeizureden. Das muss man ihnen lassen. Sie haben in Tausenden Jahren eines verfeinert, und das ist das Aufteilen der Existenz in zwei Lager: Das Erwünschte und Erreichte. Letzteres ist ihnen Legitimation für das Erstere. Wer auf irgendetwas zurückblicken kann – und sei es noch so fadenscheinig oder gar schlicht ererbt – hat ein Anrecht auf das, was er noch nicht hat. Wer sich just im Moment etwas erarbeitet hat, ist schlicht ohne Historie und damit quasi nackt.”

via Human Web Manifesto | digitalpublic.de.

Für

Bre hat beZEICHNUNGen für nicht auffindbare Leute im Netz gesammelt:

old, peoplenotonthenet, ghosts, dead, offliners, real-worldies, “people 1.0”, “the forgotten”, “the missing links”, “the missing”, “the forgotten”, offline, dinosaurs, businessmen, “the invisibles”, “the great uninitiated adults”, “the freeborn”, “digitally absent”, (un)deads, offliners, extranetizens, unborn, “smarter than the rest of us”, “pona:person of no account”, meatcentric, meatspace-exclusive, anonymous, unsearchables, amish, muggles, “the blanks”, “the linkless”, “rural reality zealots”, “sleeper agents”, “people who have no internet presence”, irlers, nonline, emuggles, regulars, luddites notizens, “person of no account”, under-linked, “the unacquanted”, “neti nots”, paranoid, “digitally (and otherwise) impoverished”, “the simply uninitiated”, nullone, morlocks, identaghosts, “the bitless”, nonetity, “web 3.0”, luddite, floaters, idiots, shadows, “the others”, “netonymous”, “pigeon coup group”, mundanes, transparnet

25 Jahre c’t; 16 fuer mich…

1992 war ich Zivildienstleistender in Rheine. Die Mittagspausen verbrachte ich lesend in der lokalen Stadtbibliothek. 15 Monate hatte ich Zeit, mich durch den vorhandenen Zeitschriftenbestand im Bereich “EDV” zu entscheiden; in der Folge wurde ich c’t-Abonnent…

Es gab Zeiten, da habe ich die c’t von vorne bis hinten gelesen. Jeden Artikel; alles. Heute lese ich selektiver und werde trotzdem oft positiv ueberrascht.

Die c’t hatte zwischendurch einen Jobmarkt, der 30+ Seiten stark war. Das war die New Economy. Die dickste c’t an die ich mich erinnere, hatte 600+ Seiten. Das war der Wendepunkt; danach erschien sie 14-taegig. Es gab eine c’t, in der wurde eine Anzeige gegen Rechts geschaltet – von den Lesern bezahlt. Es gab einen Heiratsantrag via Leserbrief. Und andere Dinge…

Die physikalische Aufbewahrung der c’t ist in der Zwischenzeit einer CD-Archivierung gewichen. Zwei Ausgaben habe ich allerdings aufbewahrt. Die “10 Jahre c’t” und die Ausgabe, in der die c’t einen Leserbrief von mir veröffentlichte. Das Thema war Smalltalk…

Wie bei Cobol
(Es lohnt sich! Erfahrungen mit Smalltalk, c’t 11/95)

Daß es sich durchaus lohnen kann, auf neue Sprachen und Prinzipien zu setzen, zeigt nicht nur dieser Artikel. Obwohl im Untertitel anders angekündigt, ist er doch leidenschaftlich geraten; zumindest habe ich in der c’t noch nie einen so interessanten und heiteren Artikel, der aus der Erfahrung durch Praxis spricht, gelesen.

Es scheint aber auch Nachteile zu geben. So hat sich die Firma des Autors für eine Entwicklungsumgebung entschieden, die mitgelieferte Klassenbibliothek exzessiv erweitert und viele Jahre gute und böse Erfahrungen gesammelt. Natürlich will man eine solche Investition nicht zugunsten einer – fraglichen – Innovation aufs Spiel setzen (Compilerupdate oder sogar Wechsel der Implementationssprache). Die Motive scheinen sich also, egal ob 1500 Mannjahre (langjähriger;-) Cobol-Programmierer oder innovationsfreudiger Smalltalker, zu gleichen.

[via EMail] Norbert Wigbels, Münster

Zischendurch habe ich mal fuer sechs Monate mein Abonnement gekuendigt; Konsolidierung meines Leseverhaltens; ich habe nicht durchgehalten:-)

Herzlichen Glückwunsch! und vielen Dank.

Gleitender Durchschnitt.

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Das da oben ist der S&P 500 Chart. Ein paar Jahre… Logarithmisch betrachtet – nunja, vielleicht noch im Rahmen.

It all scares the hell out of me! Und ich hoffe, es rettet uns (mittelfristig) die technologische Singularität.

Aber ich war schon immer ein guter Kontraindikator. Ja, dies ist eine Beschwörung!

P.S.: Ich bin nicht abergläubisch. Aber es hilft auch, wenn man nicht dran glaubt.
Nachtrag: 23:xx Uhr
P.P.S.: Wo diskutieren wir eigentlich “nachher”?
P.P.P.S.: Fuer Innenpolitik: netzpolitik.org; Kultur: spreeblick.com; Gesunder Menschenverstand: blog.fefe.de

Abwarten, nichts unternehmen: Datenmüll aus Stade

Wie berichtet, ist der Stadt Stade bei der Zuteilung der einheitlichen Steuernummer ein Fehler unterlaufen. Inzwischen haben sie sich auch dazu verhalten… Man möge doch bitte abwarten und nichts unternehmen! Ausserdem werde:

“So schnell wie möglich wird den Betroffenen in der Presse die Verfahrensweise zur Korrektur der Datensätze bekanntgegeben werden.”

Ich werde dem Bescheid widersprechen; und eine neue Identifikationsnummer verlangen:

Der folgenden Aussage:

“Die Pressestelle im Bundesfinanzministerium urteilte am Montag pauschal. Ganz so schlimm sei das Problem nicht, denn die Daten seien nur für die Steuerbehörde und würden nicht abgeglichen in Zentralregistern. Weil bundesweit von 80 Millionen Bescheiden nur wenige fehlerhaft seien, könne es sich nur um ein hausgemachtes Problem in Stade handeln, meinte Pressesprecher Oliver Heyder-Rentsch.”

…vertraue ich kein bischen. Der Datensatz mit Identifikationsnummer, einmal in die Welt geschafft, ist nunmal da. Löschungen und Korrekturen ist nicht zu vertrauen. Bespiele aus der Vergangenheit gibt es genügend…

Der aktuelle Sicherheits- und Terrorwahn führt in der Innenpolitik zu mehr Dateien und Datenbanken. Diese werden zu immer mehr Zwecken abgefragt und zusammengeführt…

Das Szenario, fuer “irgendeine” Rasterfahndung doch mal alle nicht steuerzahlenden Kasachen aus Niedersachsen zu ermitteln führt als Anfrage zur Quelle: Steuerbehörde. (Mein Identifikationsnummer ist im ersten, fehlerhaften Bescheid mit dem Geburtsstaat Kasachstan verknüpft; natürlich zahle ich Steuern – während eines Sabbaticals aber zum Beispiel nicht.). Und schon ist man im Raster…

Ich werde daher der initial generierten Steuer-ID widersprechen und empfehle das auch jedem anderen Bürger, der einen fehlerhaften Bescheid erhalten hat. Für eine lebenslang gültige ID verlange ich höchste Sorgfaltspflichten und hohe Standards. Diese wurden in diesem Fall nicht eingehalten und werfen ein Schlaglicht auf das, was uns in Zukunft in Bezug auf die Korrektheit und Datenqualität mit der zentralen Terrordatei et al. zu erwarten hat.

Ausserdem werde ich den fehlerhaften Daten in folgender Form widersprechen bzw. Aufklärung fuer die Ursache verlangen:

Da das Schreiben ihrer Behörde an mich persönlich adressiert ist, fordere ich Sie hiermit gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf:

Sie haben mir gegenüber unverzüglich offenzulegen, welche Daten Sie über meine durch diesen Namen/diese Adresse identifizierte Person gespeichert haben, und aus welchen Quellen diese Daten stammen. § 19 Abs. 1, § 34 Abs. 1 BDSG

Sie haben den Verwendungszweck dieser Daten ebenfalls unverzüglich mir gegenüber offenzulegen. § 19 Abs. 1, § 34 Abs. 1 BDSG

Sie haben sämtliche fehlerhafte meine Person betreffenden Daten unverzüglich zu löschen und mir diese Löschung zu bestätigen. § 20 Abs. 2 Satz 1, § 28 Abs. 3, § 30 Abs. 3, ferner § 4 Abs. 1 BDSG

Ich untersage Ihnen jedwede zukünftige Speicherung der fehlerhaften meine Person betreffenden Daten ohne meine vorherige ausdrückliche schriftliche Genehmigung. § 14 Abs. 2 Satz 2, § 4 Abs. 2 BDSG

Ich untersage Ihnen die Übermittlung dieser fehlerhaften Daten an Dritte. Für bereits an Dritte übermittelte Daten fordere ich eine unverzügliche Sperrung. § 28 Abs. 3 BDSG

Die grundsätzliche Kritik an der Steuer-ID ist in diesem Artikel sehr schön zusammengefaßt!

Update: Heise berichtet…

Big Fuckup.

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Die Stadt Stade in Funktion für das Bundeszentralamt für Steuern hat es geschafft, bei der “Zuteilung der Identifikationsnummer nach § 139b” (Einheitliche Steuernummer), die Daten der zuständigen Meldebehörde ordentlich zu mischen. Nach den Angaben gibt es alleine in unserer Familie jetzt drei Geburtsstaaten (Niederlande, Polen und Kasachstan). Auch die Geburtsnamen sind select first(name) from random_name…

Christian hat den Fehler gestern schon entdeckt.

Bin sehr gespannt, wie sie den thetajoin erklaeren wollen. Das sind die Folgen von zuviel DATEIEN ™ und Staat. Fröhlich gemixt wird schon irgendwas bei rauskommen…

Hurra, Hurra (Hass)


sie lügen und betrügen
sie verdrehen und verbiegen
sie verpesten und vergiften
sie entsorgen und vernichten
sie erziehen und sie formen
legen fest bestimmen normen
sie erlassen und verpflichten
sie verurteilen und sie richten

und die allesfresser schreien nur hurra, hurra
sie schlucken alles was so kommt
erzählen’s rum, dann ist es wahr

sie vertagen und verbleiben
sie vertuschen und verschweigen
sie geloben und versprechen
vertrösten und zerbrechen

und die allesfresser schreien nur hurra, hurra
sie schlucken alles was so kommt
erzählen’s rum, dann ist es wahr

scheiße in der glotze serviert
dann ist es wahr und auch passiert
es muss nur in der zeitung stehen
dann glaubt es jeder und es ist geschehn
lügen auf papier gedruckt
dann ist es amtlich und wird geschluckt
es muss nur in der zeitung stehen
dann ist es wahr und auch geschehen

und die allesfresser schreien nur hurra, hurra
sie schlucken alles was so kommt
erzählen’s rum, dann ist es wahr

Aus aktuellem Anlassund weitere hässliche Details!