Stade->Hameln

werde übermorgen mit dem rad nach hameln aufbrechen -(stop)- quasi der zubringercliffhaenger von damals -(stop)- arbeite gerade fahrtweg aus -(stop)- habe zwei tage zeit -(stop)- freue mich -(stop)- entgegen aller meiner erwartungen bleibt die komplette elektronik zuhause -(stop)- denn ich werde erst im herbst neues mobilegpsmonster kaufen -(stop)- werde mobloggen… -(stop)- trinke jetzt jever -(stop)- hoere

Hameln -> Barcelona – über Frankreich nach Spanien

Jürgen und Norbert fahren mit dem Rad von Hameln nach “Spanien”. Vier Wochen sind das Limit und Zeitziel… Die grobe Richtung ist bekannt und Zwischenziele benannt: Freiburg, Rhonetaal, spanische Grenze und dann mal sehen. Wir planen tagesaktuell unsere Strecke(n) und ziehen die Ortsziele nach.

Buntes Fahrrad in Freiburg

Unsere Reise war zu Beginn sehr nass und gegenwindlastig; irgendwann kam der Wendepunkt mit SONNE, Rückenwind und “fremden” Landschaften! Aber lest selbst, was wir im Jahre 2006 auf der Reise in die Sonne erlebt haben:-)

Update: Ihr könnt euch jetzt auch die Bilder der Reise ansehen!


19. Mai 2006 – Hamburg -> Hameln

økm/h: — // Fahrzeit: — // Gesamt-km: —
Moblog-Eintrag des Tages

Ich fahre mit der Bahn von Hamburg nach Hameln. Dort soll unsere “grosse Radreise” morgen also beginnen. Auf der Fahrt lerne ich einen Reiserennradler kennen. Er präsentiert mir seinen schlanken Stahlrahmen und teilt mir voller Stolz mit, dass dieser schon über 40 Jahre (!) alt ist. Der Typ ist sowieso sympatisch: Greenpeace-Trikot und runde Brillenglaeser…

Abends gehen wir mit Jürgens Kollegen in Hameln noch Pizza essen; Bier fehlt natürlich nicht… Gepackt ist ja irgendwie schon alles, so dass wir zeitig schlafen gehen.


20. Mai 2006 – Hameln -> Bodenfelde

økm/h: 16,42 // Fahrzeit: 6,41 // Gesamt-km: 109,83
Moblog-Eintrag des Tages

Wir kommen gegen sieben Uhr aus den Betten und trauen unseren Augen nicht: Draussen scheint die Sonne – und wie… Der Wetterbericht “lügt” also. Letzte Sachen organisieren, (um-)packen und Frühstück. Dann geht es los…

Wir sind schon 300 Meter gefahren und merken dann, wir haben gar kein “Losphoto” geschossen. Also nochmal zurück und zwei Männer gebeten, diesen Moment zu belichten. Das wir nach Spanien wollen, nehmen sie verwundert zur Kenntnis.

Das Wetter wird leider schnell schlecht und wir haben vor allen Dingen einen fiesen Gegenwind. Das bleibt den ganzen Tag so; außerdem scheinen wir die einzigen zu sein, die in dieser Himelsrichtung unterwegs sind. Uns entgegenkommende Radler haben natürlich Rückenwind – den Regen bekommen sie trotzdem ab.

Kurz vor unserem Ziel überstehen wir einen Wahnsinnswolkenbruch mit Gewitter nahezu trocken. Wir sind noch rechtzeitig in einen Ort abgebogen!

Gezeltet wird in Bodenfelde. Kleiner Campingplatz mit seltsamen Dauercampern. Einer beschwert sich, “dass das hier kein Radweg sei!” – und dreht sich weg. Am nächsten Morgen entschuldigt er sich dafür. Seltsames Volk!


21. Mai 2006 – Bodenfelde -> Melsungen

økm/h: 17,16 // Fahrzeit: 6,38 // Gesamt-km: 113,95
Moblog-Eintrag des Tages

Schlaflos in Bodenfelde: Stürmische Nacht und wir beiden wohl zu aufgeregt… Kommen gegen 09:00 Uhr los. Das Wetter bleibt heute stabil: Kein Regen, Gegenwind und ein bischen Abendsonne. Zum Eingewöhnen müssen wir ein paar Steigungen bewältigen.

30 km vor Kassel wird eine ganze Bundesstrasse für das “Sattelfest” gesperrt. Wir sind zwar in der falschen Richtung unterwegs (Gegenwind), haben aber trotzdem eine Menge Spass. Uns kommen die ganze Zeit Radler entgegen, die – obwohl sie bergauf fahren – kaum treten müßen!

Wir zelten in der Nähe von Melsungen.


22. Mai 2006 – Melsungen -> Fulda

økm/h: 16,0 // Fahrzeit: 6,15 // Gesamt-km: 100,4
Moblog-Eintrag des Tages

Gegen 07:50 besteigen wir bereits unsere gepackten Räder. Morgens haben wir noch Sonne. Wir fahren die Fulda längs und das bis Fulda. Dort kommen wir am Abend völlig durchnässt und fertig an.

Jürgen hat Probleme mit seinem linken Knie und bei mir fühlt sich die rechte Wade leicht “hart” an. Die Stimmung ist aber weiterhin gut. Das Wetter ist allerdings grenzwertig!

Übernachten in einer Pension – schliesslich müßen die Sachen auch mal trocken werden!


23. Mai 2006 – Fulda -> Kassel

økm/h: 13,79 // Fahrzeit: 5,21 // Gesamt-km: 74
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Um 08:00 Uhr auf den Rädern beschliessen wir ein kurze Tagesetappe (Jürgens Knie). Die Richtung in mit Frankfurt/Aschaffenburg vorgegeben.

Zunächst fahren wir den Radwanderweg R3 – der Wetterbericht von gestern lügt nicht: Trocken, allerdings vier Windstärken von vorne. DAS macht wenig Spass:-)

Wir zelten an einem Naturfreundehaus in Bad Sodberg. Etwas abseitsgelegen, aber nett geführt. Das Notwendigste bekommt man von den Herbergsmenschen (Bier).


24. Mai 2006 – Kassel -> Neustadt (im Odenwald)

økm/h: 14,77 // Fahrzeit: 5,58 // Gesamt-km: 88,4
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Die Nacht war bitterkalt; haben beide kaum geschlafen. Das Zelt ist außerdem feucht, was die Kälte zusätzlich unangenehm macht. Morgens fahren wir in den Ort und ordern ordentlich belegte Brötchen und Kaffee. Wir essen draussen: In der Morgensonne… Uns spricht ein alter Mofafahrer an und textet uns zu.

Mir fällt auf, dass ich Schwierigkeiten habe, die Strecke am Abend nachzuvollziehen. Also nicht so sehr die Richtung, sondern die konkrete Ausprägung: War es schön? Was war der Höhepunkt? Für das Tagebuch ist so etwas eigentlich wichtig… Die kleinen Geschichten. Ich bin noch (zu sehr?) mit mir selbst beschäftigt.

Menschen, die uns nach unserem Ziel fragen, sind entweder begeistert oder können es nicht fassen:-)

Wir übernachten in einer Burg (Jugendherberge) in Neustadt im Odenwald. Einen Ausweis haben wir natürlich nicht und so müßen wir bitteres Leergeld (sic!) bezahlen. Die JHB liegt auf einem “kleinen Hügel” und als wir uns schliesslich hochgekämpft haben, wollen wir auch nicht wieder zurück in den Ort!


25. Mai 2006 – Neustadt -> Heidelberg

økm/h: 15,12 // Fahrzeit: 6,25 // Gesamt-km: 97,13
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Später Start in den Tag. Es regnet (mal wieder) und wir können erst sehr spät zum Frühstück, weil wir auf eine Jugendgruppe warten müssen. Heute Mal wieder Steigungen und die erste sehr lange Abfahrt von über 10 km.

Außerdem ist es kalt, sehr kalt… Nach der Abfahrt spüre ich meine Beine kaum noch. Wie EISBEIN. Wir fahren bis Heidelberg und suchen eine Pension. Die gibt es heute natürlich nicht, weil irgendein Sportfest alle Unterkünfte “belegt”. Das Wetter nervt…


26. Mai 2006 – Heidelberg -> Wörth

økm/h: 14,72 // Fahrzeit: 6,28 // Gesamt-km: 95,3
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Ein guter Tag. Das Wetter ist heute gar nicht mal so übel und die Strecke insgesamt sehr schön. Die Laune hat sich gegenüber gestern Abend um 100% gehoben.

Wir verlassen unsere GoldHirschIrgendwas-Kaschemme von gestern nach einem mageren Frühstück (alles abgezählt) und fahren in Richtung und nach Speyer. Die ganze Stadt ist voller Touristen – was auch sonst… Ein paar Reiseradler hat es auch!

Weiter den Rhein entlang nach Wörth – wo wir auch über Nacht bleiben. Wir nehmen eine Radpension, weil die Sachen immer noch nicht alle durchgetrocknet sind. Beim Einkaufen textet Jürgen ein Bierbauchradler wg. der Rohloff zu. Immer diese Fachdiskussionen…

Wir fahren wohl noch zwei Tage bis Freiburg und nehmen uns dann einen Tag Ruhe.


27. Mai 2006 – Wörth -> Kehl

økm/h: 15,52 // Fahrzeit: 6,08 // Gesamt-km: 95,22
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Um 08:40 Uhr brechen wir auf. Die Nacht und das Frühstück waren wunderbar. Bereits um 16:00 Uhr haben wir 90 km abgespult und bleiben – nach Diskussion – in Kehl (bei Strassbourg).

Während des Tages haben wir – überraschend – die französische Grenze überquert. Mein Kopf war noch gar nichtsoweit, aber gefreut haben wir uns trotzdem.


28. Mai 2006 – Kehl -> Freiburg

økm/h: 16,13 // Fahrzeit: 5,38 // Gesamt-km: 91
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Heavy Rain am frühen Morgen:-( Aufbruch gegen 09:20 Uhr… Das Zelt mal wieder nass eingepackt. Vor die Wahl gestellt, ob wir den Rhein Radweg weiterfahren oder uns eher in das Landesinnerebewegen entscheiden wir uns für die zweite Alternative. Richtung Freiburg.

Jürgen bringt den Kalauer, daß wir heute den Sattel gegen den Kaiserstuhl austauschen können. Entgegen unserer Erwartung erweist sich die Strecke hier als gut passierbar – keine “Hügel” oder Berge – vulgo: keine Steigungen…

Das Wetter war heute angenehm. Kein Regen, zuletzt sogar ein bischen Sonne. Freiburg halt!

Herzberg-Camping für die nächsten zwei Tage. Nett gelegen, günstiges und faires Internet und “Öko-Camping”.


29. Mai 2006 – Freiburg (Ruhetag)

økm/h: — // Fahrzeit: — // Gesamt-km: —
Moblog-Eintrag des Tages

Es regnet, REGNET und REGNET! REGEN, den ganzen Tag! Irgendwann habe ich die Faxen dicke, verlasse das Kaffee und zette und ixe die Stadt solange, bis ich ein Gefühl für die Anordnung habe.

Bin danach natürlich vollkommen durchnäßt und muss erstmal zum Campingplatz und mich im “Internetcafe” aufwärmen.

Als wir am späten Abend aus der Stadt zum Zelt zurückkehren, liegt Schnee oder Hagel neben dem Eingang. Das darf echt nicht wahr sein! :-)

Wir haben bereits 1/3 der Zeit verbraucht; hatten mehr Regen als Sonne und unser erstes Zwischenziel ist erreicht!


30. Mai 2006 – Freiburg -> Monduere

økm/h: 15,6 // Fahrzeit: 8,16 // Gesamt-km: 133,5
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Bei 8°C und Regen fahren wir am Morgen los. Handschuhe? Wärmedecken? Anyone?

Entschliessen uns, die Landstraße aus der Stadt zur französischen Grenze zu nehmen. Bei dem Wetter ist eh nicht an “Landschaft schauen” zu denken.

Die französische Grenze direkt am Rhein läutet unsere zweite Etappe ein; hoffentlich komme ich mit meiner Sprachlosigkeit in Frankreich zurecht:)

Zunächst fahren wir den Rhein-Rhone-Kanal: Schön. Um dann quer-durch mit vielen Steigungen und verschätzten km gegen 21:00 Uhr den geschlossenen Campingplatz in Moduere zu erreichen.

Das Wetter spottet zum Schluss mal wieder jeder Beschreib: Nasses Zelt im Regen aufbauen und komplett durchnässt da rein in den Schlafsack.

Das war heute (auch im Nachhinein) der Tiefpunkt der Tour!


31. Mai 2006 – Monduere -> Chalezeule

økm/h: 15,6 // Fahrzeit: 5,55 // Gesamt-km: 92,5
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Als wir am Morgen loskommen, regnet es mal wieder! Nebenan zeltet Jill und schenkt uns morgens Toilettenpapier. Jill ist aus Canada und will auch nach Spanien.

Zunächst verfahren wir uns nur! Der Fluß Dubes (?) markiert den Wendepunkt. Schönes Wetter und gute Landschaften zum Reiseradeln… Ein paar Steigungen zwar, aber…

Die Leute in Frankreich sind sehr freundlich. Ständig sprechen uns Menschen an und machen Kommentare. Dummerweise können wir nicht wirklich antworten.

Auf dem Campingplatz am Abend treffen wir Jill wieder. Auch Mike (USA) ist hier. Wir unterhalten uns erstmal ausgiebig… Mike ist das erste mal in Europa und begeistert. Die USA hat er bereits kreuz und quer mit dem Rad bereist.

Von ihm kann man eine Menge lernen: Vor allen Dingen, wie man “sinnvoll” Gewicht am Rad spart – der schneidet sogar seine Karten zurecht:-)


1. Juni 2006 – Chalezeule -> Lons le Saunier

økm/h: 17,61 // Fahrzeit: 5,49 // Gesamt-km: 102,6
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Routine, die Spass macht. Langsam ist meine Seele in Frankreich angekommen und ich fühle mich in unserer Reise wohl.

Jill fährt heute mit uns. Und legt ganz gut Tempo vor. Am Berg sind wir immer hinten… Muss an den Klickpedalen liegen:^)

Der Tag heute war eher trocken; Am Abend setzt dann Dauerregen ein. Unser Campingplatz liegt direkt neben einer grossen Strasse und der Boden will keine Heringe aufnehmen. Egal, Jürgen feiert heute den einjährigen Geburtstag seines Rades und schenkt Wein aus!


2. Juni 2006 – Lons le Saunier -> Montreval

økm/h: 19,21 // Fahrzeit: 3,43 // Gesamt-km: 71,58
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Der vierzehnte Radtag. Vierzehn ist ja meine Glückzahl. Aberglaube hilft auch, wenn man nicht dran glaubt!

Die Nacht war wieder sehr regnerisch. Auch am Morgen zeigt sich keine Besserung. Als wir um 09:00 Uhr losfahren ist es ausserdem noch sehr kalt.

Gegen Mittag spüren wir alle – als die Sonne durchbricht – das ist der Wetterwendepunkt. Innerhalb von ein paar Sekunden haben wir alle drei kurze Sachen an. Und tatsächlich sollte uns ab hier die Sonne begleiten.

Kurze Zeit später rasseln Jürgen und Jill mit den Rädern zusammen und stürzen in den Seitengraben. Das Lachen deutet es bereits an: Es ist zum Glück nichts passiert.

Wir haben fast die ganze Zeit Rückenwind (Premiere!) und fliegen: Mental und tatsächlich! Überholen auf flacher Strecke sogar einen Trecker.

Wir bleiben heute in Montreval. Es ist noch sehr früh, aber wir müssen unbedingt Sachen waschen und trocknen. Klappt auch gut – bei der Sonne… Der Campingplatz ist auch super: Mit See nebenan und unendlich viel Platz.


3. Juni 2006 – Montreval -> Trept

økm/h: 19,62 // Fahrzeit: 5,07 // Gesamt-km: 100,5
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Sonne bis Trept. Rückenwind bis Trept. Perfekter Tag bis Trept. 100 Meter vor dem Campingplatz überspringen wir die 100km-Marke…

Sind entlang des Jura-Gebierges gefahren. Sehr schöne Stadt auf der Strecke: Perogues!!!

Auf dem Weg dahin fahren wir auf einer Strecke, auf der gerade ein Radrennen stattfindet! Wir fahren nur in die andere Richtung und bleiben ein paarmal am Strassenrand stehen, um die Fahrer zu beobachten. Sehr gut!


4. Juni 2006 – Trept -> St. Donut

økm/h: 18,48 // Fahrzeit: 5,52 // Gesamt-km: 108,59
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Am Abend sind wir in St. Donut. Jürgen will unbedingt noch 13 km bis hierher fahren. Ich muss nicht unbedingt – unser “Höhepunkt” heute war schon schlimm bzw. anstrengend genug.

Habe einen Rohloff-Daumen vom vielen schalten: Abrieb ohne Ende…

Das Wetter ist weiterhin gut. Jill hat uns am Mittag verlassen. Sie will es etwas ruhiger angehen lassen und wir wollen zu schnell weiter:-)

Wir finden ein ausgedehntes Obstanbaugebiet. Dummerweise sind bis jetzt nur die Kirschen reif. Diese sind dann trotzdem sehr lecker.

Heute vormittag hatten wir mit ca. 61 km die schnellste Abfahrt bis jetzt. Kann auch noch schneller gewesen sein; aber ich habe mich dann nicht mehr gucken getraut. Mein Tacho hat keinen Max.-Geschwindigkeitsspeicher und Jürgens Tacho ist ein Aquarium mit Fehlfunktion in der Geschwindigkeitsmessung. Abfahrten zwischen 40 und 50km/h fühlen sich bereits normal an und lassen sich gut kontrollieren.

Gänsehaut heute, als wir in einen Kreisverkehr einfahren und von der anderen Seite sechs Rennradler kommen und uns grüßen. Sonne, Freiheit, schön…


5. Juni 2006 – St. Donut -> Gerignon

økm/h: 20,07 // Fahrzeit: 5,12 // Gesamt-km: 104,5
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Gegen 09:20 Uhr machen wir uns auf zu einem 70km Blindflug. Uns fehlt ein Stück Karte… Im nächsten Ort entscheiden wir uns zur Suche nach einer solchen und finden zum Glück ein Geschäft, welches Karten anbietet und geöffnet hat (Sonntag).

Ab hier fliegen wir 60km bergab und mit starkem Rückenwind nach Süden. Irgendwann wird uns das langweilig (sic!) und wir biegen auf eine “Panorama”-Strecke ab. Das bedeutet “zwei Steigungen”, aber sehr schön…

Die heftigste Steigung erwartet uns heute allerdings 25km vor dem Ziel: Eine Stunde lang kurbeln wir uns den Berg hinauf. Es ist heiss und nach jeder Kurve sehen wir: Es geht noch weiter hoch für uns. Komischerweise vergisst man jede Mühsaal kurz nach dem Zenit. Sobald man herunterrauscht und bei 40km/h locker mittritt, ist alles wieder gut. Diese Abfahrt zieht sich bestimmt über 15km: Ohne “Abschuss” (Gefälle, die man nur bremsend übersteht und keinen Spass machen…) und ohne allzuviel bremsen zu müssen – übersichtliche Kurven außerdem:-)

Oben kommen wir gemeinsam mit einem Tandem an und müßen uns gegenseitig angrinsen.

Wir zelten in Gerignon. Morgen dann schon Avignon…


6. Juni 2006 – Gerignon -> Collias

økm/h: 18,75 // Fahrzeit: 5,58 // Gesamt-km: 112,15
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Heute früh sind wir von einer Wühlmaus unter dem Zelt geweckt worden. Direkt neben unseren Köpfen raschelte es die ganze Zeit. Das kann einen wahnsinnig machen.

Wir brechen daher bereits um 08:00 Uhr auf. Andere Reiseradler schaffen es trotzdem noch frührer: Ein Franzose ist bereits um 06:45 Uhr verschwunden…

Wir fahren eine gemütliche Strecke bis Avignon. Die Stadt erreichen wir nach gut 60km noch vor 12:00 Uhr. Auf so einer Radtour machen mich Städte immer fertig. Laut und unübersichtlich; “keine Möglichkeiten” auch…

Wir fahren durch ausgedehnte Weinanbaugebiete. Der Rückenwind von gestern kommt heute leider von vorne. Sehr brutal und mental herausfordernd.

Wir zelten in Collias. Das Wetter ist sehr heiss und trocken. Seit gestern nehme ich immer 4,5 Liter Wasser mit auf die Tour. Das brauche ich auch. Morgens und Abends trinke ich je nochmal 1,5 Liter.

Wir können das Mittelmeer riechen und spüren!


7. Juni 2006 – Collias -> Gignac

økm/h: 17,88 // Fahrzeit: 6,13 // Gesamt-km: 111,2
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Gignac! Unser heutiger Campingplatz erinnert Jürgen an Lost. Und er hat Recht! Ein im Tal gelegener wilder Wald. Unter den Bäumen soll man sein Zelt aufstellen. Was gar nicht so einfach ist, weil der Boden (mal wieder) Heringsavers ist.

Die Leute sind allerdings sehr nett. Stellen uns einen Tisch hin. Auch einen Kocher, weil unser Brennspiritus alle ist.

Vorher – gegen Mittag: Es ist sehr heiss. Steigungen fahre ich im Moment am liebsten im 3-4 Gang und zwischen 9-12km/h. Bergab am besten zwischen 12-14 Gang. Bei vierzig locker mittreten…


8. Juni 2006 – Gignac -> Narbonne

økm/h: 16,72 // Fahrzeit: 7,14 // Gesamt-km: 121,10
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Kommen gegen 09:00 Uhr gut los und machen Strecke. Mein Heisshunger gestern hat mir wohl die richtige Nahrung zugeführt (Weintrauben u.a.). Läuft besser…

Nach 90km erreichen wir Narbonne. Die Reinfahrt in die Stadt ist bereits ungemütlich: Autohölle. Die Suche nach einem Campingplatz endet dann in einem “Fiasko”. Wir verfahren uns. Haben die Anweisungen im Campingführer nicht genau genug gelesen und fahren viel zu weit in den Süden. Um das Autochaos zu vermeiden, wählen wir eine Schotterpiste. 15km Umweg…

Der Campingplatz ist teuer und zusätzlich der Boden=Beton. Jeder Platz hat seine eigene Toilette+Dusche. Was zunächst verheissungsvoll klingt, stellt sich schnell als Nachteil heraus…


9. Juni 2006 – Narbonne -> St. Cyprien

økm/h: 16,23 // Fahrzeit: 6,04 // Gesamt-km: 98,5
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Bis die Berge uns heute Berge sein lassen vergeht eine Weile: km60 markiert diesen Punkt.

Fahren durch eine sehr karge Berglandschaft in Richtung Perignon. Bis zu dieser Berglandschaft führt uns ein netter Treidelpfad entlang eines Kanals. Den hat Jürgen heute morgen noch auf der Karte entdeckt… Sonst hätten wir wieder durch Narbonne gemusst.

Wir zelten in St.Cyprien. Und obwohl der Campingplatz nur zwei Sterne hat, ist er sehr gut. Schön ruhig und fast alles neu.

Wir haben heute Rückfahrkarten für den kommenden Donnerstag gekauft. Von der Beratungswilligkeit der französischen Bahn kann sich unsere noch ein paar (mehr) Scheiben abschneiden! Trotz der Sprachproblematik bekommen wir sogar eine Stornierung hin und unser Verkäufer ist sehr nett und nimmt sich Zeit. Klappt alles gut und ich bin eine Sorge los: Bahnrücktransport der Räder…


10. Juni 2006 – St. Cyprien -> Cadaques

økm/h: 14,42 // Fahrzeit: 5,36 // Gesamt-km: 80,97
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Cadaques. BERGE! Nach Minimalschätzungen sind wir heute 1000 Höhenmeter gefahren! Bis zur spanischen Grenze ging es eigentlich nur bergauf – und bergab… Was geschafft war, wurde sofort wieder zu Null reduziert! Um dann gleich wieder neu mit einem Anstieg zu beginnen.

Im Hinterland wurde es dann etwas flacher. Unser Zielort verlangt allerdings nochmal alles. Über 9km Höchstleistung am Rad & Berg. Boah, fertig…

Vor der spanischen Grenze treffen wir zwei niederländische Reiseradler (wieder). Die beiden sind von Arnheim zur spanischen Grenze gefahren; dort werden sie von ihren Ehefrauen abgeholt. Unser Ziel ist noch nicht genau bekannt. Allerdings hat Jürgen ja auch nicht mehr soviel Zeit. Mal sehen, wie weit wir in Spanien noch kommen.


11. Juni 2006 – Cadaques -> Palamos

økm/h: 15,25 // Fahrzeit: 5,57 // Gesamt-km: 90,94
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Unser letztes Gefälle von gestern müssen wir heute Morgen zurück und noch ein bischen höher. Auf dem Weg da rauf überholen uns ständig Rennradfahrer. Soooo viel schneller sind die allerdings auch nicht. Auf jeden Fall werden wir häufig mit gehobenem Daumen gegrüsst.

Nach 7km kommt dann erstmal eine sehr schöne Abfahrt. Zunächst fahren wir viele Hauptstrassen; irgendwann finden wir einen abenteuerlich ausgeschilderten Radweg. Die Beschilderung befindet sich nicht selten in 3 Metern Höhe an irgendwelchen Masten, oder an privaten Briefkästen. Auf jeden Fall *immer* dort, wo man seine Augen als Radfahrer nicht hat.

Irgendwann verlieren wir den Weg wieder und verfahren uns in einer dieser Tourihochburgen. Wir zelten in der Nähe von Palamos auf “Camping Benelux”. Scheint ein netter Platz zu sein. Die Engländer von nebenan sprechen uns gleich an und ich kann mein Mobiltelefon bei ihnen laden.


12. Juni 2006 – Palamos -> Callela de la Costa

økm/h: 15,92 // Fahrzeit: 5,24 // Gesamt-km: 86
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Eigentlich waren wir heute früh um 08:23 Uhr abfahrbereit. Dummerweise macht die Rezeption allerdings erst um 09:30 auf – wir haben noch einen Ausweis dort hinterlegt. Also frühstücken wir doch erstmal noch hier.

Wir fahren eine wirklich schöne Küstenstrasse – 21km von St.Filou nach Tossa de Mar. Wir haben enormes Glück mit dem Verkehr – es ist nichts los. Eine Familie, die wir gestern nach der “Beschaffenheit” dieser Strecke ausgefragt haben, rieten uns noch ab: Zuviel Verkehr und Steigungen nicht unbedingt Radfreundlich. Aber die Steigungen und der Verkehr sind heute (Montag) überhaupt kein Problem. Dieses Stück war auf jeden Fall ein Highlight der gesamten Tour!

Der zweite Abschnitt nach Loret de Mar ist dann aber weniger schön und der Verkehr nimmt merkbar zu!

Am Abend zelten wir in Callela de la Costa. Es sind nur noch 55km bis Barcelona! Morgen ist unser letzter richtiger Radtag. Der ursprüngliche Plan irgendwann zu entscheiden, ob ich noch alleine weiterfahre, würde wohl jetzt anbrechen. Allerdings zeigt der Blick auf die Karte, dass es bis Gibraltar noch gute zwei Wochen gebrauchen würde. Und eigentlich reicht es mir jetzt – erstmal…


13. Juni 2006 – Callela de la Costa -> Barcelona

økm/h: 16,68 // Fahrzeit: 3:11 // Gesamt-km: 53,11
Moblog-Eintrag des Tages

Letzter Radtag! Barcelona…

Wir erreichen die Stadt über die NII. Der Verkehr ist für das Reiseradeln indiskutabel – geht aber – für uns – gerade nicht anders. In Barcelona selbst verfahren wir uns erstmal in einer Vorstadt und in einem Industriegebiet; kommen letztendlich aber doch an.

Wir finden schnell ein Hotel mit Radunterbringung neben der alten Kathedrale. Unsere Zugrückreise aus Spanien ist schnell organisiert.

Sitzen jetzt in einer Tapas-Bar und fangen die Erholung (?) an:-)


14. Juni 2006 – Barcelona (Ruhetag)

økm/h: — // Fahrzeit: — // Gesamt-km: —
Moblog-Eintrag des Tages

Barcelona ist eine wunderbare Stadt. Allerdings erschlägt sie mich gerade ein bischen… Soviele Menschen… So GROSS!

Laufe ein bischen durch die Stadt und sehe mir die/einige Muss-Attraktionen an. Hier muss man auf jeden Fall nochmal hin. Aber unter anderen Voraussetzungen.


15. Juni 2006 – Barcelona und Rückreise

økm/h: — // Fahrzeit: — // Gesamt-km: —
Moblog-Eintrag des Tages

Rückreise! Läuft unproblematisch…

Stehen irgendwann in Perpignan und warten auf den Nachtzug! Meine alte Krankheit “Überpünktlichkeit beim Bahnfahren” macht mit nervös und nervt. Jürgen sieht das alles gelassen.


16. Juni 2006 – Bahnhöfe und Rückreise

økm/h: — // Fahrzeit: — // Gesamt-km: —

Die Nacht im Nachtzug war die Hölle! Ein Achtgeber und Aufmerksamkeitserhascher quatscht alle Leute voll und fängt mitten in der Nacht auch noch das Singen an. Jeder ist genervt; keiner sagt was… Es ist ausserdem empfindlich kalt!

In Deutschland müssen wir noch unsere Fahrkarten kaufen. Scheinbar sind alle Radabteile ausgebucht. Man empfiehlt uns allerdings, dass mit dem Schaffner zu besprechen und die gewünschten Züge einfach zu versuchen. Klappt auch – Zitat: “Endlich sind die Radabteile mal voll!”

Bin pünktlich in Hamburg. Zuhause wartet eine eingelassene Badewanne, ein wunderbares Essen und Wein auf mich! Schön


Fazit?!

Unglaublich. Wir waren vier Wochen mit dem Rad unterwegs; sind 2.338,27km in 24 Radtagen gefahren (97,43km/Tag). Was ich im letzten Jahr schon vermutet hat: Radfahren ist meine Reisegeschwindigkeit. Was ich gehofft hatte: Man trainiert sich während so einer Radreise in die Strecke hinein. Ich bin vor Reisebeginn ca. 1000km in und um Hamburg gefahren. Ohne Reisegepäck zwar, aber immerhin… Während der gesamten Tour habe ich keine körperlichen Beschwerden entwickelt. Sieht man von leichtem Muskelkater zu Beginn und Heisshungerattacken in der Mitte (Vegetarier…) mal ab. Zu so einem Trainingspensum kann ich also unbedingt zuraten! Mit dem Gesäß hatte ich nur selten Probleme (gute Radhose ist aber unerläßlich; jeder gesparte Cent rächt sich hier…); Griffe und Lenkergeometrie sind allerdings enorm wichtig. Ich habe/hatte einen geraden Downhillenker mit viel zu harten Griffen. Der Lenker darf ruhig etwas – natürlich Handstellung – gebogen sein und die Griffe sollten in jedem Fall nachgeben! Radhandschuhe mag ich nicht so gerne: Ich möchte mein Rad einfach so besteigen können – also, keine Handschuhe, keine Klickpedale und auch auf einen Helm habe ich verzichtet. Helmdiskussionen sind übrigens echt anstrengend:-)

Jürgen und ich haben während der Tour dreimal etwas angeregter “diskutiert”. Für eine vierwöchige gemeinsame Reise finde ich das sehr entspannt… Jedesmal ging es um das gleiche Thema: Wie weit fahren wir am Tag. Ich persönlich habe gemerkt, dass ich entweder ca. 100km, ca. 6 Stunden reine Fahrzeit oder 17:00 Uhr als Tagesziel habe. Diese drei begrenzenden Faktoren hätten für mich das Ende der Tagestour bedeutet. Jürgen wollte oft noch weiterfahren… Diese Sichten galt es unter einen Hut zu bringen! Irgendwie haben wir das ja auch gut geschafft.

Wir hatten keine Pannen! Nur unsere Ketten haben sich enorm gelängt. Die Regentage waren ja auch Gift für diese…

Insgesamt: Das ruft nach mehr! Gut, dass ich das gemacht habe.